Kraniche in Zingst © Motopark CC BY-SA 3.0

Kranichzeit in Zingst und zwischen Windwatt Bock und den Werder-Inseln

In Schweden begrüßt man mit der Ankunft der Kraniche den Frühling. Der Kranich bringt also Licht, Wärme und Nahrungsfülle nach der langen Dunkelheit. Um ihn zu ehren, nannte man den Kranich kurzerhand den Vogel des Glücks. Ein Vogel, der in seiner Pracht schon so einige Naturfotografen zu langen Reisen inspirierte. Man muss aber weder ein Naturfotograf sein, noch muss man eine große Reise unternehmen, um tausende der Glückvögel zu beobachten. Eine Ferienwohnung in Zingst reicht aus, um die Welt des Kranichs zu erkunden.

Naturschauspiel Kranich

Zingst hat viel mehr zu bieten, als viele schöne Ferienwohnungen oder nur den Strand. Besonders im Herbst wird das vielen Urlaubern klar. Denn dann haben sie die Möglichkeit, ein ganz besonderes Naturschauspiel zu beobachten. Jedes Jahr, zwischen Mitte August und Ende Oktober, ziehen bis zu 150.000 Kraniche über Norddeutschland hinweg. Die Vögel kommen aus dem skandinavischen Raum und sind auf ihren Weg in die Überwinterungsplätze in Südspanien und Nordafrika. Da sie für diesen Weg sehr viel Energie brauchen, machen sie jedes Jahr halt um für den langen Flug aufzutanken. Dabei ernähren sich die Kraniche mit fast allem. Kleine Säugetiere wie Mäuse, Insekten, Reptilien und auch das, was die Bauern in der Region für sie auf dem Feld zurücklassen.

Um Zingst und entlang der Boddenküste, besonders im und in der Nähe des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft, haben sich viele Rastplätze etabliert, die die Kraniche zum frühen Abend ansteuern, um dort die Nacht zu verbringen. Ein Schauspiel, dass man über mehrere Kilometer hinweg noch hören kann. Wer nicht nur hören, sondern auch sehen will, hat die Möglichkeit einige der offiziellen Beobachtungsstationen zu besuchen.

Beobachten von Land aus

Es gibt einige ausgebaute Stationen, die man nutzen kann, um die Kraniche zu beobachten. Viele lassen sich mit einer Radtour erreichen. Dies empfehlen wir Ihnen an dieser Stelle auch ausdrücklich, weil Sie vermutlich kaum einen Parkplatz in der Nähe finden würden. Andere Stellen sind überhaupt erst nicht mit dem Auto zu erreichen.

Pramort

Einer der schönsten Punkte um die Kraniche zu beobachten, ist der Pramort am östlichen Ende von Zingst. Hier begegnet nicht nur die Ostsee dem Boddenwasser, auch zahllose Kraniche finden in diesem Biotop aus Sumpf- und Heidelandschaft Zuflucht. Das besondere am Beobachtungspunkt Pramort ist, dass es sich hier um eine Einflugschneise handelt. Beobachtungen sind, bei richtigem Verhalten, garantiert. Allerdings muss man, ab dem 1. September, 5 Euro für die Nationalpark-Karte Beobachten – ohne zu stören bezahlen (mit dieser kann man weitere Ziele vom Nationalparkamt besuchen). Baulich findet man am Pramort eine Hütte und eine Erhöhung. Touren in die Sumpf- und Heidelandschaft sind verboten und auch nicht zu empfehlen (da unsicher).

In Zingst

Wer nicht den weiten Weg zum Pramort wagt, kann auch in Zingst zwei Aussichtspunkte finden. Beide liegen am Bodden, direkt hiterm Deich (östlich bzw. westlich von Zingst). Während der östliche Aussichtspunkt nur ein Häuschen bietet, gibt es am westlichen Punkt neben dem Häuschen noch eine Aussichtsplattform. Ebenfalls am westlichen Punkt ist ein Parkplatz nicht weit entfernt. Die beste Tageszeit für den Besuch der Aussichtsplattformen sind frühe Morgen- und späte Abendstunden.

Kraniche in Mohrsdorf Kraniche in Mohrsdorf © Christian Pagenkopf CC BY-SA 3.0
Groß Mohrdorf

Der Kranichschutz Deutschland unterhält seit 1996 in der Nähe von Groß Mohrdorf ein Informationszentrum mit Aussichtsplattform (Bisdorf). Dort kann man nicht nur in den Abendstunden tausende Kraniche bewundern, man erhält auch ausführliche Informationen zum Thema Kranich. Bisdorf bietet eine gute Sicht über eines der größten Kranichrastgebiete in Europa. Bis zu 40.000 Tiere nächtigen hier gleichzeitig. Die fast 34 Kilometer kann man bequem in 2 Stunden mit dem Fahhrad von Zingst aus bewerkstelligen. Mit dem Auto geht es natürlich schneller, jedoch sollte man sich auf längere Wartezeiten einstellen. Ebenfalls sind die Parkplätze begrenzt. Bisdorf erreichen Sie unter folgender Adresse: Lindenstraße 27, 18445 Groß Mohrdorf.

Kranichfütterung am Günzer See

Am Günzer See der Gemeinde Altenpleen werden Kraniche durch den Verein zum Schutze und Erhalt des Kranichrastplatzes Rügen-Bockregion e.V. mit Getreide gefüttert. Dies lockt natürlich auch am Tage viele Tiere zu diesem Aussichtspunkt. Die Fütterung erfolgt in unmittelbarer Nähe der Aussichtsplattform und so ist für das eine oder andere gute Foto gesorgt. Natürlich versteht es sich von selbst, dass man hier besondere Rücksicht auf die Tiere nehmen sollte. Gelegen ist der Günzer See zwischen Günz und Buschenhagen. Einfach die Ortsnamen im Navi eingeben und schon gelangen Sie in eine günstige Ausgangssituation. Vor Ort ist die Aussichtsplattform ausgeschildert und es stehen einige Parkplätze zur Verfügung. Wer sich den Fußmarsch von ~ 10 Minuten sparen möchte, kann auch hier wieder mit dem Rad auftrumpfen. Die Tour dauert in diesem Falle ungefähr 90 Minuten (25 Kilometer).

Weblinks für weitere Informationen


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