Ostern in Zingst

An den Küsten im Norden und Osten steht die Wiege des Osterhasen

Ostern und Ostsee teilen nicht nur drei gemeinsame Buchstaben, das uralte Frühlingsfest und seine zahlreichen klassischen Bräuche, Speisen und Rituale werden im vorwiegend protestantischen Norden und Nordosten Deutschlands auch traditionellerweise ganz besonders ausgiebig gefeiert, genossen und zelebriert. Sehr typisch für Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie deren zahlreichen Bade- und Küstenorte sind speziell etwa die zuverlässig alle Jahre wieder entzündeten Osterfeuer, die sich regional zum Teil bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück verfolgen lassen. Und nicht nur der unvergessliche, fast wie gemalte wirkende Anblick der sich in den nächtlichen Wellen spiegelnden Flammen ist typisch für die deutsche Ostseeküste während der Osterzeit, auch andere unverzichtbare Osterzutaten wie Eier und Hasen sind dann in der Gegend allgegenwärtig. Wussten Sie übrigens schon, dass sich der Osterhase als Eierlieferant seit dem 17. Jahrhundert hierzulande zuallererst in den evangelisch geprägten Dörfern und Familien Norddeutschlands durchsetzte?

An der Ostseeküste leuchteten schon vor 400 Jahren große Osterfeuer

Ähnliche Osterbräuche wurden und werden auch in den einst rein calvinistischen Niederlanden sowie im konfessionell ebenfalls mehrheitlich protestantischen Skandinavien („Osterweiber“) gepflegt, Gleiches gilt für die baltischen Staaten und Teile Russlands. Manche Historiker vermuten sogar, dass der besondere Stellenwert des Osterfeuers im Ostseeraum gewissermaßen aus dessen lange anhaltender heidnischer Tradition und vergleichsweise späten Christianisierung herrührt.
In jedem Fall ist das Ei ein seit Urzeiten in nahezu allen Kulturen bekanntes Fruchtbarkeitssymbol, welches von der Kirche geschickt in ihre Lehre und Liturgie integriert wurde. Wissenschaftlich ist jedoch die These einer angeblich altgermanischen Lichtgöttin „Ostara“ bzw. „Eostra“, welche hierzulande die Namensgeberin eines bereits vorchristlichen Osterfestes sein soll, eher umstritten und nicht allgemein anerkannt.
Nichtsdestotrotz ist und bleibt die deutsche Ostseeküste zu Ostern eine aus gleich mehreren Gründen und deren Kombination zu empfehlende Adresse für einen rundum gelungenen Urlaub, sei es lediglich für ein verlängertes Osterwochenende oder so denn individuell möglich gar über die gesamte Karwoche zum Beispiel in einer Ferienwohnung.

An den Ostertagen durch den Osterwald wandern und die Natur genießen

Da Ostern als bewegliches Fest in Abhängigkeit vom ersten Frühlingsvollmond immer zwischen dem 22. März und dem 25. April und damit im Frühling stattfindet, eignen sich die Feiertage natürlich bestens, um der zu dieser Zeit langsam aber sicher wieder erwachenden Natur an der Ostsee einen Besuch abzustatten.
Besonders in den weniger dicht besiedelten Regionen entlang der Küste wie etwa im Osten der 45 Kilometer langen Halbinsel Fischland-Darß-Zingst sieht man dann schon häufig die ersten blühenden Blumen und Pflanzen, die sich nach dem langen harten Winter mit Eis und Schnee wieder vorsichtig in Richtung der von Tag zu Tag stärkeren Sonne strecken. Auch an den zahlreichen Birken, Buchen und Eichen der Gegend sprießen jetzt schon die ersten zarten Triebe, die regional heimischen Vogelarten beginnen ebenfalls wieder zu singen und zu trällern. Und auch wenn der mit 800 Hektar Fläche größte zusammenhängende Wald auf der Halbinsel seinen Namen Osterwald lediglich seiner geografischen Lage östlich des Ortes und nicht dem christlichen Auferstehungsfest verdankt, bietet er sich doch durch sein fast märchenhaftes Ambiente bestens für einen langen Spaziergang im Urlaub zwischen Karfreitag und Ostermontag an.

Edel Fisch und Fleisch speisen und dabei klassischer Klaviermusik lauschen

Darüber hinaus lohnt ein Aufenthalt an der Ostsee in der Osterzeit auch in kulinarischer Hinsicht, beginnt doch alljährlich im März die von Einheimischen wie Besuchern sehnlichst erwartete Heringssaison.
Ambitionierte Hobbyangler können bis in den Mai mit dem Touristenfischereischein selber Jagd auf das „Silber des Meeres“ machen, Gourmets finden in fast jeder gastronomischen Einrichtung vor Ort zahlreiche unterschiedliche Gerichte, die aus dem gesunden und schmackhaften Fisch gekonnt zubereitet werden. Dazu werden wie auch sonst in Norddeutschland zur Osterzeit üblich gerne sog. „Soleier“ (hart gekochte Eier in Salzlake) gereicht und gegessen, selbstverständlich gehören zum klassischen Mecklenburger Heringssalat neben Kartoffeln, Zwiebeln, Gurken, Roter Bete und Bismarck-Heringen auch fein gewürfelte harte Eier. Lachs und Lamm zählen ebenso zu den typischen Ostergerichten sowohl der herkömmlichen Mecklenburger als auch Pommerschen Küche, häufig auf den Speisekarten finden sich auch Aal, Scholle und Zander.
Eine gute Adresse für ein leckeres Ostermenü ist das lokale Kurhausrestaurant, dort finden am Osterwochenende 2015 Anfang April auch die schon seit fast zwei Jahrzehnten überregional bekannten „Internationalen Zingster Klaviertage“ statt.

Gleich um die Ecke vom großen Zingster Osterfeuer fast wie zu Hause wohnen

Der absolute Höhepunkt im lokalen Ostergeschehen ist aber natürlich das traditionsreiche Osterfeuer auf der Festwiese, doch auch der Ostermarkt im Museumshof des Ostseebades erfreut sich schon seit geraumer Zeit größter Beliebtheit bei den Gästen aus nah und fern. Eltern können sich dort Bier und Bratwurst schmecken lassen sowie Kunstgewerbe begutachten und als Souvenir erwerben, ihre Kinder begeistern sich währenddessen am Osterbacken und Schokoladenfigurengießen.

Ostern 2015 wird das große Zingster Osterfeuer am Samstag, den 4. April ab ca. 17.00 Uhr entzündet, eine empfehlenswerte Ferienwohnung in nur 500 Meter Entfernung zur Festwiese finden Sie in der Jordanstraße 36 in unmittelbarer Nähe des Heimatmuseums und des Max-Hünten-Hauses. Von der mit modernen Geräten wie Kühlschrank, Kaffeemaschine, Wasserkocher und Toaster sowie Tassen, Tellern, Besteck, Kochgeschirr und Küchenmesser ausgestatteten Unterkunft sind es auch nur 800 Meter bis zum Strand und zum Kurmittelzentrum, noch näher liegen diverse Einkaufsmöglichkeiten, der Hafen sowie eine Bank. Durch die günstige zentrale Lage inmitten der 3000-Einwohnergemeinde sind auch deren weiteren Attraktionen und Sehenswürdigkeiten bequem mit einem kurzen Spaziergang zu erreichen. Junge Besucher des Seebades lieben meist das „Experimentarium“ in der Seestraße mit seinen interaktiven Spielgeräten aus den Bereichen Optik, Mechanik und Elektrotechnik sowie den benachbarten Erlebnisspielplatz, die Familienferienstätte Zingsthof in der Landstraße bietet kirchliche Erholungsangebote speziell für kinderreiche Familien. Schöne Wander- und Ausflugsziele nahe des Ortes zur Osterzeit sind auch das Naturschutzgebiet „Sundische Wiesen“ mit der Informationsstelle des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft, der Aussichtspunkt an der „Hohen Düne“ und die Kranich-Beobachtungsstelle am Pramer Ort ganz im Osten der Halbinsel.


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